Luftaufnahme Rabenwald 3

 

Am Rabenwaldkogel sind etwa 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Hier werden auf einer Fläche von ca. 55 Hektar jährlich bis zu 100.000 Tonnen Talk abgebaut. Die Lagerstätte enthält Chlorittalk, der zu gleichen Teilen aus Talk und Chlorit besteht. Beide Mineralien sind Schichtsilikate und daher sehr weich, haben eine plättchenartige Struktur und sind wasserabweisend. Die Lagerstätte liegt am Rabenwaldkogel, einem großteils bewaldeten Mittelgebirgsrücken zwischen 940 und 1190 m Seehöhe. Bereits im 9. Jahrhundert wurde Talk vom Rabenwald auf den römischen Salzstraßen nach Venedig gebracht. Um auf die besondere Natur- und Kulturlandschaft Rücksicht zu nehmen werden Halden wieder aufgebaut und bepflanzt, um einen natürlichen Sichtschutz zu erhalten.


Wie funktioniert moderne Rohstoffgewinnung in einem Tagbau?

Die Talkgewinnung im Tagbau bedeutet, dass an der Stelle, wo der Talk abgebaut werden soll, die überlagernde Erd- und Felsschicht abgetragen werden muss, damit Talk freigelegt wird. Um 100.000 Tonnen Talk zu gewinnen, werden pro Jahr ca. zwei Millionen Tonnen Taubgestein bewegt. Dieser sogenannte „Abraum" wird dann im Gelände verkippt, um das ursprüngliche Landschaftsbild wieder herzustellen. Die Talk-Förderung selbst geschieht durch Bagger, die das durch Sprengung freigelegte Wertmineral auf SLKW laden. Der Talk wird in unterschiedlichen Farbqualitäten gewonnen und am Werksgelände bis zum Abtransport ins Mahlwerk gelagert.
Die jährlich etwa 100.000 Tonnen Talk werden mit Hilfe einer Seilbahn, angetrieben durch das natürliche Gefälle, ins Tal befördert. Nur wenn die Kapazitäten nicht reichen oder der Wind den Seilbahntransport verhindert, bringen LKWs den Rohstoff zur Verarbeitung nach Oberfeistritz.

Foto Standort Rabenwald Sonnenaufgang                         Foto Standort Rabenwald Transport

Tagbau und Lebensraum: 400.000 Bäume gepflanzt

Rohstoffgewinnung bedeutet immer einen Eingriff in die Natur. Moderner Bergbau will diese Einwirkungen so gering wie möglich halten. Computersimulationen ermöglichen es, die Tagbau-Öffnung im Laufe der Gewinnung so klein wie möglich zu halten. Die betroffenen Landschaftsteile werden wiederhergestellt. Dabei werden Erkenntnisse aus einer umfangreichen Studie zur Biodiversität im Bergbaugebiet berücksichtigt. Es klingt womöglich paradox, doch die Zerstörung der Oberflächen und die anschließende Neugestaltung der Landschaft schaffen neue Lebensräume: Es siedeln sich neue Tier- und Pflanzenarten an, die im Umland sonst keinen Platz mehr finden. Um den möglichst ursprünglichen Zustand der bewaldeten Natur wieder herzustellen, wurden in intensiver Begrünungsarbeit zwischen 1978 und 2018 etwa 450.000 Jungbäume gepflanzt.

 Rabenwald See                      Rabenwald bis Oberfeistritz Luftbild WEB